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WM 2010: Fazit

Mittwoch, 21. Juli 2010

WM PokalEigentlich wollte ich schon vor der Endphase der Weltmeisterschaft ein kurzes Zwischenfazit ziehen. Doch irgendwie fehlten mir (vielleicht auch weil die WM noch in vollem Gange war) die Zeit und die Lust. Aber jetzt, nachdem leider alles zu Ende ist, komme ich endlich zu ein paar abschließenden Worten.

Kurz noch ein paar Sätze zur Vorrunde: Es waren auf jeden Fall viele — in meinen Augen — unvorhergesehene Ergebnisse dabei. Außerdem mehr Torwartfehler, als ich von den letzten Weltmeisterschaften in Erinnerung habe (und das nicht wegen dem flatternden Ball!).

Meine Einschätzung, welche Teams die Vorrunde überstehen, war nur teilweise korrekt. Es gab doch die ein oder andere Überraschung. Dazu gehören sowohl die italienische Rentnermannschaft als auch die französischen Aufständler. Wer sich den Post zur Auslosung der Gruppen anschaut, wird sehen, dass ich im Grunde genommen recht oft daneben lag mit meinen Tipps (7/16 falsch).

Doch auch andere potenzielle Favoriten konnten in der Vorrunde nicht glänzen: Brasilien spielt Angshasenfußball, Spanien verliert gegen die Schweiz, England kommt ohne Biss daher und auch die Argentinier um den besten Fußballer der Welt und die Portugiesen mit Schönling C. Ronaldo können nicht wirklich überzeugen.

Zu Beginn der KO-Phase legte außer dem deutschen Team kein anderes wirklich zu. England blieb enttäuschend und Argentinien muss feststellen, dass nur individuelle Klasse und eine Kult-Figur als Trainer nicht für mehr als das Viertelfinale reichen. Die Spanier kamen ohne große Mühe aber mit dem nötigen Quäntchen Glück bis ins Halbfinale und zeigten ab dort meisterhaftes taktisches Verhalten gepaart mit hoher technischer Qualität. Weder eine ängstliche deutsche Mannschaft noch die verbissen kämpfenden Oranjes hatten einen Sieg gegen den neuen Weltmeister verdient. Die nicht erwähnten Teilnehmer der Endrunde hatten in meinen Augen nie eine realistische Chance auf den Titel. Lobend zu erwähnen sind natürlich noch die viertplatzierten Uruguayer, die durch viel Engagement und einen hervorragenden Diego Forlán (und einen reaktionsschnellen “Ersatztorwart” Suárez) die Erwartungen weit übertrafen.

Gratulation an dieser Stelle dem Weltmeister, dem jungen deutschen Team und dem Vizemeister Niederlande. Außerdem natürlich unserem Doppel-Titelträger Thomas Müller und auch dem Gastgeber Südafrika, der es geschafft hat, die erste WM in Afrika zu einer gelungenen Veranstaltung zu machen.

Zuletzt noch eine lobende Erwähnung des — für mich — most valuable Players (ich meine hiermit nicht den besten sondern den wichtigsten Spieler) der WM: Bastian Schweinsteiger. Ohne ihn wäre die deutsche Mannschaft wahrscheinlich nicht annähernd so stark gewesen, wie sie es war. Das soll die Leistung der anderen Spieler nicht schmälern, es haben (fast) alle besser gespielt, als ich es erwartet hätte.

Diego Forlán

2010 = Erfolgsjahr?

Dienstag, 1. Juni 2010

Lange war es still hier im Blog. Die Umzugs- und Einrichtungs-Phase in München ist jetzt fast zu Ende und ich habe endlich mal wieder Zeit für einen neuen Artikel. Und los geht’s…

Vorneweg: Ich lasse die Politik in diesem Artikel außen vor.

Foto: Lena Meyer-Landrut
Bildquelle: NDR/Rolf Klatt

Auf den ersten Blick sah es bis Samstagabend so aus, als ob das Jahr 2010 für Deutschland aus internationaler Sicht nicht sehr erfolgreich verläuft: Bei der Eishockey-WM im eigenen Land nur Vierter, das UEFA Europa League Finale in Hamburg verpasst, das UEFA Champions League Finale gegen die Italiener aus Mailand verloren und beim Eurovision Song Contest zwar hoch gehandelt aber doch nicht so richtig favorisiert.

Doch dann geschah, was sich viele erhofft aber nur wenige erwartet hatten: Kurz nach 00:00 Uhr bekommt Lena die entscheidenden Punkte (ich glaube es waren die vier aus Großbritannien), die die 19-jährige Abiturientin für die Konkurrenz uneinholbar machen. Deutschland hat einen internationalen Titel! Dieser mag zwar im allgemeinen Ansehen meilenweit hinter einem WM-Pokal stehen, aber was er uns Deutschen bedeutet, kann man an der Lena-Manie und der ausgelassenen Feier-Stimmung hierzulande gut erkennen.

Wir sind ausnahmsweise einmal wieder stolz auf unser Land. Die Euphorie am vergangenen Samstagabend erinnerte ein Wenig an die WM 2006. Eigentlich ein optimaler Auftakt für Südafrika in knapp zwei Wochen. Und für mich ein guter Grund, das Glas der internationalen Titel für Deutschland als halbvoll zu sehen: Ein vierter Platz bei der Eishockey-WM inkusive einem Sieg gegen die Übermannschaft der USA im Auftaktspiel vor 70000 Zuschauern, ein zweiter Platz in der Königsklasse des Fußballs für den FC Bayern mit dem weder ich noch 99% der Fußballexperten der Welt gerechnet haben. Auch das Abschneiden in der Europa League war doch eigentlich nicht so schlecht. Immerhin waren unter den letzten acht Teams im Wettbewerb drei Deutsche.

All das und natürlich Lenas Sieg in Oslo ist -- so finde ich -- sehr erfreulich und mehr, als ich erwartet hatte. Wenn das so weiter geht, wäre die Fortsetzung wohl die Fußball-Weltmeisterschaft. Doch momentan scheint die DFB-Elf eher vom Pech verfolgt. Fast schon wöchentlich fällt ein weiterer Spieler aus. Darunter durchaus auch Leistungsträger wie der Kapitän der Nationalmannschaft, der erste Torwart und der Kapitän des deutschen Vizemeisters. Dies macht Deutschland umso mehr zum Außenseiter. Selbst der Ersatz-Spielführer Lahm setzt sich und der Mannschaft das Halbfinale als Ziel. Auch ich halte diese Zielsetzung für realistisch und würde mich über alles, was über das Achtelfinale hinaus geht, freuen.

Doch wenn uns die vergangenen Monate eins gelehrt haben, dann: Nichts ist unmöglich! Wenn eine junge Frau aus Hannover auf einmal innerhalb weniger Wochen den Eurovision Song Contest gewinnt, wenn ein Verein mit -- im internationalen Vergleich -- bescheidenen Mitteln fast die Champions League gewinnt, wenn ein Land, das bei der Olympiade versagte, ein paar Monate später den Olympiasieger schlägt, dann kann man doch durchaus darauf hoffen, dass sowohl die Euphorie der Bevölkerung als auch das nötige Glück noch eine Weile bestehen bleiben und unserer Fußball-Nationalmannschaft dabei helfen, erneut über sich hinaus zu wachsen.

Ich bin in dieser Hinsicht zwar eher realistisch bis pessimistisch aber ich werde mein Möglichstes tun, um unser Team zu unterstützen! Auf ein erfolgreiches Jahr 2010!

Zum Abschluss noch ein passender Musik-Tipp:

Nein, ich bin weder Nationalist noch Rassist oder Nazi oder sonst etwas Rechtes! Wie schon oben erwähnt: Die Politik ist in diesem Artikel außen vor. Eigentlich schade, dass ich es für nötig halte, diese Sätze hier anzufügen, um zu vermeiden als rechtsradikal zu gelten.

Bye Bye ManU!

Donnerstag, 8. April 2010

Wer hätte das gedacht? Der FC Bayern München schießt die von mir eben noch als einen der zwei Titelkandidaten bezeichneten Jungs von Manchester United aus der Champions League.

Ich muss gestehen: Ich nicht. Zumindest nicht vor dem Schlusspfiff des Hinspiels in München. Danach wurde ich etwas optimistischer und räumte Bayern zumindest eine 1:2 Chance ein. Und schon nach gut zwei Minuten ärgerte ich mich, dass meine Einschätzung der fußballerischen Qualität der Engländer korrekt zu sein schien. Nur rund fünf Minuten später machten die Bayern erneut klar, dass auch auf diesem hohen Fußball-Niveau nicht viel zu holen ist, wenn man im Kopf und mit dem Körper nicht so präsent ist, wie der Gegner.

Zugegeben (bzw. wie schon erwähnt): Manchester ist aktuell eines der Top-Teams der Welt. Aber ich hatte ein von Anfang an kampfbetontes Spiel der Münchner erwartet. Mit zwei Sechsern Schweinsteiger und van Bommel, die alles was sie haben zwischen den Ball und den Gegner werfen und so ihr Team mitreißen. Doch der Bayern-Kapitän kam mir zeitweise verzweifelt und sich selbst wahrscheinlich im Stich gelassen vor. Und ich will nicht wissen, was im Kopf des immer kämpfenden, rackernden und laufenden Ivica Olić vorging, wenn er sich hat anschauen müssen, was seine 9 Feldspieler-Kollegen da peinliches geboten haben. Kurzum: Die erste Halbzeit war (bis auf das Tor von Olić) aus deutscher Sicht unterirdisch und enttäuschend, fast schon lächerlich. Klar: Badstuber kann sich mal von Valencia oder so ausdribbeln lassen — selbst Lahm muss man es zugestehen gegen solche Weltklassetechniker den Kürzeren zu ziehen.

Überhaupt, wohl keiner hatte erwartet, dass die Bayern alle Zweikämpfe für sich entscheiden würden. Aber mit Kampf habe ich gerechnet! Leider musste ich bis zur zweiten Halbzeit warten um diesen zu sehen. Aber das Warten hat sich dann auch gelohnt: Bayern machte erneut — und dieses Mal sogar im fremden Stadion — klar, dass sie in der Lage sind, eine Weltklassemannschaft wie Manchester United in der eigenen Hälfte einzuschnüren. Und das schiebe ich nicht einmal auf die gelb-rote Karte gegen Rafael. Auch davor waren die Bayern, die wie ausgewechselt aus der Kabine kamen, überlegen. Man hätte sogar auf den Gedanken kommen können, dass sie in den ersten 40 Minuten ihre Kräfte schonen wollten, um zu gewährleisten, dass ManU gegen Ende der Partie nicht mehr genug Energie hat, noch ein Offensivfeuerwerk wie damals abzubrennen.

Highlight des Abends dann definitiv DAS Tor. Eine Bilderbuch-Flanke von Frank Ribéry exakt auf den linken Fuß von Arjen Robben, der den Ball mit vollem Risiko und voller Wucht, unhaltbar für van der Saar, ins lange Eck befördert. Weltklasse!

Zum Schluss noch ein Zitat, gewidmet dem Spieler, bei dem sich der FCB bedanken darf, dass zum Pausenpfiff überhaupt noch ein Funken Hoffnung da war:

“Der Wille ist da, der Kampfgeist ist da und die Leidenschaft”, stellte er [van Gaal] beeindruckt fest.

Sinnbildlich dafür steht wohl Ivica Olic. Der Kroate ist nicht der beste Fußballer, doch besticht er durch permanente Hartnäckigkeit und Lauffreude. Damit erarbeitet er sich seinen Erfolg.

von Sport 1: “Im positiven Sinne grenzwertig”

Deutscher Fußball auf dem Vormarsch

Donnerstag, 25. März 2010

Logo: Fußball-BundesligaEs ist zwar schon ein paar Wochen her, dass der DFB die Meldung “Weltrangliste: Deutschland klettert auf Platz fünf” veröffentlichte, aber das hindert mich nicht daran, dieses Thema noch einmal aufzugreifen.

Jedoch geht es hier nicht nur um die Weltrangliste der FIFA, auf der unsere Nationalmannschaft nun Portugal überholt hat, sondern auch um die UEFA-Fünfjahreswertung, mit welcher festgelegt wird, aus welcher Liga wie viele Vereine an Champions League und Europa League teilnehmen dürfen, und der Steigerung des Ansehens der deutschen Fußball-Bundesliga.

Was die beiden Ranglisten angeht, ist jeweils Italien der direkte Konkurrent (hinsichtlich eines Aufstiegs). In der FIFA-Wertung fehlen der Nationalmannschaft lediglich 19 Punkte, um die Italiener mit ihren 1226 Punkten zu überholen. In der Tabelle der UEFA sind es 1,047 Punkte, um 0,001 Punkt besser als die Italiener bei 62,911 zu stehen.

Hoffen kann man im Falle der Nationalmannschaft auf die WM, wo man eventuell Punkte gegenüber Italien gut machen kann. In der Vereinswertung sieht es auch nicht gerade schlecht aus. Die Serie A hat mit Inter Mailand noch einen Verein in der Champions League und keinen Verein mehr in der Europa League, in der mit dem Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg noch zwei deutsche Vereine vertreten sind. Außerdem ist der FC Bayern München noch in der Champions League dabei. Die nächsten Wochen werden hier Aufschluss darüber geben, ob die Italiener den knappen Vorsprung halten können oder nicht.

Unabhängig von jeglichen Wertungen, Tabellen und Koeffizienten werden die Bundesliga — und auch grundsätzlich der deutsche Fußball — immer öfter gelobt. Sei es von Medien oder Sportlern bzw. Sport-Funktionären aus In- und Ausland oder von Ausländern, die in der Bundesliga spielen (zuletzt Ruud van Nistelrooy). Dieses Lob ist, meiner Meinung nach, auch gerechtfertigt. Denn mittlerweile ist die Bundesliga nicht nur sehr ausgewogen, interessant und spannend was Auf-/Abstieg, DFB-Pokal und Meisterschaft angeht, sondern auch gespickt mit internationalen Weltstars (Robben, Ribery, van Nistelrooy) und Spielern die das Potenzial dazu haben (Dzeko, Kießling, Neuer, Gomez, Adler). Nicht zu vergessen die Fußballer, die in der Bundesliga zu Weltstars avanciert sind (Diego, Ballack, van der Vaart). Außerdem ist die Bundesliga auch aus wirtschaftlicher Sicht vergleichsweise gesund.

Allerdings muss man gestehen, dass die Bundesliga im sportlichen Bereich noch etwas hinter Spanien und England anzuordnen ist. Zumindest wenn man die europäischen Mannschaftswettbewerbe betrachtet. Vor allem am FC Barcelona und Manchester United führt aktuell kein Weg vorbei.

In diesem Sinne: Viel Glück den Bayern im Champions League Halbfinale gegen ManU! Hoffentlich präsentieren sie sich gegen den ersten Gegner auf Weltklasse-Niveau diese Saison besser als letzte gegen die Katalanen.